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Posaunenchor Unterwurmbach
gegründet 1913


Chorchronik:

"Es war an einem herrlichen Sonntagmorgen des Jahres 1911, als ich das Amtszimmer des Herrn Pfarrer Meister zu Gunzenhausen betrat, um die Taufe meiner Tochter anzusagen. Gleich bei meinem Eintritt fiel mir ein Flügelhorn ins Auge, das auf dem Tische lag."

So berichtet der Unterwurmbacher Hans Amslinger in der Posaunenchorchronik die bemerkenswerte Begegnung mit Pfarrer Meister. Als Amslinger den Geistlichen auf das Intstrument hin ansprach, erhob sich dieser "wie vom Blitz getroffen" und wollte sofort erfahren, woher er denn wisse, daß es sich um ein Flügelhorn handle. Amslinger erzählte, daß er in seinem Geburtsort Ostheim bereits Bläser im Posaunenchor war.

Daraufhin bemühte sich der Geistliche, in der damals recht sangesfreudigen Unterwurmbacher Gemeinde Männer zu finden, die bereit waren, zusammen mit Amslinger einen Posaunenchor zu gründen. Seine Anstrengungen waren von Erfolg gekrönt, denn es ließen sich einige für die gute Sache gewinnen. Mit dem Eisenbahner Leonhard Wimmer fand sich auch bald ein Förderer des jungen Chors. Dieser finanzierte eine Zugposaune und ein Flügelhorn, nach einiger Zeit ein Tenorhorn sowie ein Helikon. Aus kirchlichen Mitteln wurden zwei Flügelhörner und ein Tenorhorn beschafft.

Die Ausbildung der Bläser übernahm Pfarrer Meister selbst. Geprobt wurde zunächst in seinem Pfarrhaus in Gunzenhausen.

Der erste Auftritt

Als der große Gönner Leonhard Wimmer einmal von Pfarrer Meister wegen der Rückzahlung der vorfinanzierten Instrumente angesprochen wurde, gab dieser zu verstehen, daß er auf die Rückzahlung der Gelder gern verzichte, wenn anläßlich der zu erwartenden Hochzeit seiner Tochter der Posaunenchor zum ersten Mal öffentlich auftreten würde. Diese Auflage war für den jungen Chor Ansporn und Verpflichtung zugleich. Im Jahr 1913 konnte dieser Wunsch dann erfüllt werden.

30 Jahre segensreiches Wirken

Nach dem Weggang von Pfarrer Meister übernahm ein Gunzenhäuser namens Bohm die Leitung des Chores. Er probte zweimal wöchentlich mit den Wurmbachern. Zum ersten Chorobmann wurde der Zimmermeister Michael Ortner gewählt.

Fast 30 Jahre lang konnten nun die Bläser zum Lob Gottes in der Gemeinde wirken. Darüber hinaus wurden Bläsertreffen auf dem Gelben Berg, in Gräfensteinberg, Würzburg und Ansbach besucht. Doch im Kriegsjahr mußte der Chor seine segensreiche Tätigkeit einstellen, da bis auf drei Bläser alle eingezogen worden waren.

Ein neuer Anfang

Nach dem Zweiten Weltkrieg weckte der nach Unterwurmbach eingeheiratete Herbert Nürnberger durch sein allabendliches Trompetenspiel bei etlichen Unterwurmbachern den Wunsch, den Posaunenchor wieder zu neuem Leben zu erwecken. Von Pfarrer Heim angesprochen, erklärte sich Nürnberger bereit, den schwierigen Neuaufbau in Angriff zu nehmen. Im April 1946 konnte der Chor erstmals wieder an die Öffentlichkeit treten, interessanterweise ebenfalls anläßlich einer Hochzeit. Die Zahl der Bläser stieg nun allmählich an, so daß alle Stimmen gleichmäßig besetzt werden konnten.

1948 wurde das 35jährige Chorjubiläum begangen, zu dem die Bläser aus der ganzen Umgebung eingeladen waren. Als Herbert Nürnberger das Amt des Chorleiters niederlegte, drohte der Chor auseinanderzubrechen. Pfarrer Weck gelang es, die Gefahr abzuwenden, und Heinrich Würth übernahm die Chorleitung.

Die Proben fanden bis 1960 abwechselnd bei den Chormitgliedern statt, danach probten die Bläser im alten Kindergartengebäude. Mit dem Bau des neuen Kindergartens mit Gemeindezentrum im Jahr 1973 erhielt der Posaunenchor zusammen mit dem Kirchenchor einen schönen Übungsraum.

Nach Herbert Nürnberger und Heinrich Würth übten die Chorleitertätigkeit Eduard Ehmann, Adolf Kettler, Wilhelm Leykauff, Manfred Pappler, nochmals Wilhelm Leykauff und Eduard Ehmann aus. Seit 1985 leitet Armin Kitzsteiner den Chor.

Langjähriger Obmann war Karl Engelhardt, gefolgt von Karl Kammerer, Manfred Engelhardt und Helmut Karl - heute nimmt dieses Amt Richard Gebert wahr. Karl Kleemann kümmert sich um die Finanzen. Hans Mark war lange Jahre Schriftführer, heute ist dies Katrin Baumgärtner.

Über 90 Jahre versieht der Chor nun seinen Bläserdienst, sowohl bei freudigen als auch bei traurigen Anlässen. Und auch das Gesellschaftliche kommt in der Chorgemeinde nicht zu kurz.

Derzeit hat der Posaunenchor Unterwurmbach rund 30 aktive Bläserinnen und Bläser.

 
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