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Die Gartenfreunde Unterwurmbach
gegründet 1955
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50 Jahre "Gartenfreunde Unterwurmbach"

Ein Gedicht von Karl Kammerer
anlässlich der 50-Jahr-Feier am 11. März 2005

Grüß Euch Gott, ihr lieben Gäste,
die Ihr heut zu diesem Feste
gekommen seid, um zu begehen
das fünfzigjährige Bestehen.
Erlaubt mir drum, dass ich den Blick
um fünfzig Jahre werf’ zurück!

Der Gemeindediener tat verkünden,
eine Versammlung sollt’ stattfinden,
damals, im Gasthaus Schöberlein,
und er lädt alle herzlich ein.
Bezirksgärtner Gerbing wollte erscheinen,
um als Fachmann uns von seinen
Fachkenntnissen zu berichten,
im Obstbaumschneiden und -auslichten.
Und Düngen wäre auch nicht schlecht,
weil dann ein Baum viel besser trägt.
Auch gegen Schädlinge vorzugehen,
sei wichtig, gab er zu verstehen.
Gesunde Früchte, gesundes Holz,
darauf ist doch wohl Jeder stolz.
Ja, und nach diesem Vortrag war
einem Jeden ziemlich klar:
"So kann es wohl nicht weitergehen;
Da muss doch irgendwas geschehen!"

So beschloss man, den Verein zu gründen.
Auch einen Vorstand konnte man finden.

Damals, Herr Oberlehrer Schmidt
(er wirkte bei der Gründung mit)
wurde dazu ausersehen,
dem Vereine vorzustehen.
Herr Willi Wagner ward bestellt,
als Baumwart, dass man wohl erhält,
bei Bedarf fachlichen Rat
und Hilfe, wenn man in die Tat,
das Gehörte wollt’ umsetzen.
Und zum Verwalten von den Schätzen
ward Rudi Schalk wohl zum Kassier
bestellt, und alle dachten wir,
dass nun alles bestens lief.
Man wurde auch sogleich aktiv,
denn Herr Gerbing war bereit,
zu zeigen, wie man richtig schneid.
Ein Termin ward festgesetzt,
doch wie so oft, zu guter Letzt,
als der Tag herangekommen,
da hat ein Einziger teilgenommen.
Ich weiß das auch ganz sicherlich,
denn dieser Einzige war ich.

Das Schneiden bringt es nicht allein;
Schädlingsbekämpfung muss auch sein.
Denn zu der Zeit, da fing es an,
dass für die Chemie begann,
ein ungeahnter Siegeszug.
(Heut hat man davon schon genug!)
So wurde sich noch aufgerafft,
und eine Spritze angeschafft.
Mit einem Rad, nach hinten strebend,
zu fahren wie einen Schubkarren eben.
Nach dieser Anstrengung sodann,
fing der Verein zu Ruhen an.

Denn für’n Gemüsegarten, so wie heut',
und Blumenschmuck, war zu der Zeit,
der Verein ja gar nicht vorgesehen.
Denn damals, man muss es eingestehen,
wurden die Frauen, ganz ungelogen,
da gar nicht erst mit einbezogen.
Doch jetzt ist es fast umgedreht,
denn größtenteils, da fällt und steht,
der Verein heut’ mit den Frauen
(Ihr braucht Euch doch bloß umzuschauen).

Als dann Fritz Wimmer Vorstand wird,
da hat sich gar nichts mehr gerührt!
Erst als Manfred Pappler dann
die Zügel in die Hände nahm,
kam in den Verein wieder Leben,
denn es war ja sein Bestreben,
aus dem stillen Verein in Sachen
Gemüseanbau etwas zu machen.
Und er sprach damit die Frauen an,
so hat sich dann auch was getan.
Ja, auch noch den Blumenschmuck
(als Fachberater kam Herr Ruck)
mit im Verein zu integrieren,
war sein Ziel, und es war zu spüren,
wie sich da sichtlich was bewegt.
So wurde sich auch zugelegt
ein neuer Name überdies.
"Die Gartenfreunde" er nun hieß.

Und ganz deutlich konnte man spüren,
die Aktivität und ‚s Werbetrommel rühren
zahlt sich im Mitgliedszuwachs aus.
Nicht nur vom Dorf, sondern auch aus-
wärtige Gartler, allerlei,
zog es zum Verein, wobei
die unterschiedlichsten Interessen
(sei’s nun zur Zier, oder zum Essen)
bestimmen, was tut im Garten sprießen.
Die Gartenfreunde kommen ließen,
was so ein Gartenfreund nun tut,
was er für schlecht hält, oder gut,
möcht’ ich in einem kleinen Reigen
Euch aus verschiedenen Perspektiven zeigen.

Der Eine buckelt sich ganz krumm,
gräbt im Herbst den Garten um,
und freut sich an den groben Schollen,
(die andere nicht haben wollen).
Denn er schätzt sehr die wunderbare,
vom Frost so feinkrümelige Gare,
und tut sich auch im Frühjahr leicht,
weil flache Bearbeitung reicht,
um die Samen auszusäen;
und außerdem, was kaum zu sehen,
hält er damit noch umso mehr,
die Feuchtigkeit vom Winter her
in seinem Gartenboden drin.
So gesehen macht es schon Sinn,
im Herbst den Garten umzugraben.
Ein Anderer sagt: "Ich will's nicht so haben.
Ich tu im Herbst Gründüngung säen
und lass’ sie übern Winter stehen.
Das sieht zwar nicht sehr sauber aus,
doch wäscht es mir keinen Stickstoff aus.
Auch schützt es gut vor Erosion;
der Regen schwemmt mir nichts davon.
Es verschlämmt mir auch der Boden nicht."
So ist auch aus dieser Sicht
gar nicht falsch, was er da macht.
Es kommt nur drauf an, wie man’s betracht.

Andere, man muss es ihnen lassen,
halten alles auf ihren Rasen.
Da wird gedüngt und wird gemäht,
dass er schön dicht und fett dasteht.
Da darf kein Unkräutlein drinnen stehen,
einem Teppich gleich hat er auszusehen.
Auch jeder, der ihn sieht, der sagt:
"Ist dieser Rasen eine Pracht!"
So wird ihm jeder Achtung zollen,
ob diesem Rasen, diesem tollen.
Und er fühlt sich dadurch beehrt,
wenn man ihm soviel Lob beschert.
Der Nächste sagt sich: "Ich genieße
viel lieber meine Blumenwiese.
Setz’ mich auf meine Bank, betracht'
mir die bunte Farbenpracht.
Ich seh zu, wie die Falter gaukeln,
federleicht auf den Blüten schaukeln.
Hör, wie auf den Blumen Bienen summen
und auf dem Klee die Hummeln brummen.
Schau nebenbei, in aller Ruh',
den emsigen Ameisen zu.
Brauch’ nicht zu düngen,
kaum zu mähen,
außerdem ist’s herrlich anzusehen.

Auch im Gemüsegarten dann,
viel Unterschied man sehen kann.
Der Eine liebt Genauigkeit in pur;
er zieht die Beete mit der Schnur.
Die Pflanzen stehen ganz exakt,
da wird gejätet und gehackt.
Jedes Unkräutlein zupft er aus;
fast steril sehen die Beete aus.
Und viele, die vorüberschreiten,
tun ihn um seinen Fleiß beneiden.
Der Nächste nimmts nicht so exakt.
Da wird halt mal weniger gehackt.
Und wenn dazwischen auf dem Beet
auch mal ein unnütz Kräutlein steht,
denkt er bei sich: „Das ist nicht schlimm,
weil ich das nicht so tragisch nimm.
Denn wenn dies unnütz Kräutlein blüht
und seinen Blütenduft versprüht,
vielleicht lockt mirs Insekten an,
die ich gut gebrauchen kann,
dass sie die Schädlinge vernichten.
Und außerdem kann mir mitnichten
so ein Kräutlein helfen, in gewissem Maß;
(was man leider fast vergaß).
Je nachdem, welche sich finden,
den Bodenzustand zu ergründen,
ob er alkalisch oder sauer,
ob nährstoffarm oder voll Power?
Doch sei’s wie es will, wir sehen darin,
auch Unkräutlein haben ihren Sinn.
Selbst in Obstgärten kann man es sehen,
welche Unterschiede oft bestehen.
Da sieht man eine Obstanlage,
die herrlich ist, gar keine Frage.
Die Bäume geschnitten und gepflegt,
alles sauber und gehegt.
Ein alter, fauler, morscher Baum?
So was findet sich hier kaum!
Denn der muss da schnellstmöglich raus,
das sieht ja richtig schlampig aus.
Manch' anderer sagt: "Den lasse ich stehen,
denn irgendwie ist der auch schön,
wenn er auch nicht mehr so gut trägt,
wird er doch nicht gleich abgesägt.
Vielleicht nützt er dazu, dass hier
ein Höhlenbrüter find’t Quartier."

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zeigen,
wie die Interessen sich verzweigen.
Auch, wie unterschiedlich "Gartenfreunde" sind:
doch Eines haben, wie ich find'
schließlich alle sie gemein -
sie sind Mitglied in dem Verein
der "Gartenfreunde" hier im Ort.
Ich wünsche nun, dass er lang noch fort-
bestehen mag, dass die Nachfahren,
auch noch nach noch mal fünfzig Jahren
es für gut und sinnvoll finden,
damals den Verein zu gründen.
Dass sie auch dann noch sind bedacht,
von dem, was schon althergebracht;
was gut ist für sie, herauszufinden,
um es mit Neuem zu verbinden.
Dann werden sie, und das ist wichtig,
erkennen, was ist schlecht, was richtig,
um Gottes Schöpfung zu bewahren,
die schon seit Millionen Jahren,
stets bereit ist, uns zu geben,
was wir tagtäglich brauchen zum Leben.
 
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